Antikes Olympia Tagesausflug ab Athen — Geburtsort der Olympischen Spiele

Antikes Olympia Tagesausflug ab Athen — Geburtsort der Olympischen Spiele

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Tourroute
Kanal von Korinth
Tagesroute

Antikes Olympia — Geburtsort der Olympischen Spiele — das Hauptziel dieser Tour. Der Ort, an dem 776 v. Chr. eine Tradition begann, die die gesamte griechische Welt vereinte. Hier wird bis heute die olympische Flamme entzündet.

Unterwegs: Kanal von Korinth — ein Einschnitt zwischen zwei Meeren, 80 Meter über türkisfarbenem Wasser. In Olympia: archäologische Stätte mit dem Zeustempel und dem ersten olympischen Stadion; archäologisches Museum mit einzigartigen Exponaten, darunter der originale Hermes von Praxiteles. Die neue Autobahn (2026) hat die Fahrzeit auf 2,5–3 Stunden verkürzt, statt der bisherigen 4–5.

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Athen → Kanal von Korinth
Transfer ~ 1 Stunde Entlang der komfortablen Autobahn
Kommentar unterwegs: Die Schlacht von Salamis — der größte griechische Sieg über die Perser. Wir passieren die Insel Salamis und den Bezirk Eleusis
+ Vor Ort: Ein Spaziergang über die Fußgängerbrücke über den Kanal — 80 Meter über türkisfarbenem Wasser, ein Blick wo zwei Meere aufeinandertreffen, und Zeit für Fotos
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Kanal von Korinth → Antikes Olympia
Transfer ~ 1,5 Stunden Neue Autobahn durch den Peloponnes (2026)
Kommentar unterwegs: Die Geschichte des Peloponnes — von den antiken Mykenern bis zum modernen Griechenland. Wir durchqueren das Zentrum der Halbinsel, vorbei an Bergkämmen und Olivenhainen
Komfortpause: Auf halber Strecke — eine 15–20-minütige Pause zum Ausruhen und Kaffeetrinken
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Antikes Olympia — archäologische Stätte & Museum
Vor Ort ~ 3 Stunden Archäologische Stätte + Museum mit Führung
Archäologische Stätte: Zeustempel (eines der Sieben Weltwunder), das erste olympische Stadion, der Ort an dem die olympische Flamme entzündet wird, Gymnasium und Palästra
Museum: Hermes von Praxiteles (Original 4. Jh. v. Chr.), Giebel des Zeustempels, Nike des Paionios — Meisterwerke von Weltrang
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Mittagessen in Olympia
Pause ~ 1–1,5 Stunden Griechische Taverne mit lokaler Küche
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Olympia → Athen
Transfer ~ 2,5–3 Stunden Rückfahrt zu Ihrem Hotel über die Autobahn
Unterwegs: Komfortpause auf halber Strecke. Auf dem Rückweg dösen die meisten Passagiere: der Geist ist damit beschäftigt, Olympia zu verarbeiten
Tourroute ~580 km
Wetter entlang der Route
Athen
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1Athen
2Kanal von Korinth
3Olympia
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Dauer
11–12 Stunden

Dies ist eine private Ganztagstour — nach jedem Stopp haben Sie freie Zeit für Fotos und eigene Erkundungen.

Die neue Autobahn (2026) hat die Anreise nach Olympia erheblich verkürzt — die Fahrt dauert jetzt 2,5–3 Stunden statt der bisherigen 4–5. Das verändert das Gefühl des Tages: Es bleibt Zeit und Energie für Olympia selbst.

Die einstündige Spanne (11–12) spiegelt Ihre Freizeit in Olympia und beim Mittagessen wider. Sie bestimmen das Tempo — dies hat keinen Einfluss auf den Tourpreis.

Unten — ein genauerer Blick auf jeden Halt
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Fahrt zum Kanal von Korinth
~1 Stunde auf der Autobahn durch die Geschichte
Die Schlacht von Salamis, der Mythos des Prokrustes und die Grenze zweier Welten — Attika und der Peloponnes.
BBC: Schlacht von Salamis
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Fahrt zum Kanal von Korinth

Fahrt zum Kanal von Korinth — etwa eine Stunde auf der komfortablen Autobahn. Doch dies ist nicht bloß ein Transfer — es ist eine Reise durch die Schlüsselmomente der griechischen Geschichte. Zur Linken — der Saronische Golf mit der Silhouette der Insel Salamis. Hier besiegte 480 v. Chr. die griechische Flotte unter Themistokles die Armada des Perserkönigs Xerxes. Dreihundert griechische Trieren gegen tausend persische Schiffe — und ein Sieg, der den Lauf der Weltgeschichte veränderte. Ohne Salamis hätte es weder Platon noch Aristoteles gegeben, noch das Griechenland, das wir gerade besuchen.

Prokrustesbett

In Kanalnähe passieren wir die Orte, an denen der Sage nach Prokrustes lebte — der Räuber, der Reisende auf sein Bett legte und sie „anpasste": Den Großen wurden die Beine abgeschlagen, die Kleinen gestreckt. Er lebte an der Grenze zwischen Attika und Korinthien — genau dort, wo wir fahren. Theseus tötete ihn nach derselben Methode — legte ihn auf sein eigenes Bett.

Der philosophische Subtext des Mythos reicht tiefer als es scheint: Prokrustes ist eine Metapher für Standardisierung. Wer versucht, die lebendige Realität in starre Rahmen zu zwingen, findet sich früher oder später auf seinem eigenen Bett der Standards wieder. Die Griechen verstanden es, Weisheit in Geschichten zu verpacken — und diese bleibt bis heute aktuell.

Der Kanal von Korinth
Ein Ingenieurwunder des 19. Jahrhunderts — 6 km, 80 Meter tief
6 Kilometer, 80 Meter tief, 2.500 Jahre Geschichte — vom Traum zur Verwirklichung.
Video des Kanals von Korinth
Kanal von Korinth
Kanal von Korinth
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Kanal von Korinth

Kanal von Korinth — ein 2.500 Jahre alter Traum. Der erste, der ihn erdachte, war der Tyrann Periander im 7. Jahrhundert v. Chr., doch er wich vor dem Ausmaß des Vorhabens zurück. Julius Caesar plante den Bau, Caligula entsandte Ingenieure zur Vermessung, und Nero trieb 67 n. Chr. persönlich einen goldenen Spaten in die Erde und befahl 6.000 jüdischen Gefangenen, mit der Arbeit zu beginnen. Doch der Kaiser wurde innerhalb eines Jahres ermordet, und das Projekt wurde aufgegeben. Die nächsten achtzehn Jahrhunderte umsegelten Schiffe den Peloponnes — 700 Kilometer Umweg. Der moderne Kanal wurde von französischen Ingenieuren 1881–1893 gegraben und bleibt einer der schmalsten schiffbaren Kanäle der Welt: nur 25 Meter breit bei 8 Metern Tiefe.

Blick auf den Kanal von Korinth

Der Kanal durchschneidet den Isthmus von Korinth über 6,3 Kilometer, und die senkrechten Kalksteinwände stürzen 80 Meter in die Tiefe — ein zugleich majestätisches und schwindelerregendes Schauspiel. Heute passieren etwa 11.000 Schiffe pro Jahr den Kanal, aber große Containerschiffe und Tanker passen nicht hindurch — seine wirtschaftliche Bedeutung hat der touristischen Platz gemacht. Man kann hier von der Brücke aus 80 Metern Bungee-Jumping machen oder mit dem Boot zwischen Wänden fahren, die sich über dem Kopf zu schließen scheinen.

Fußgängerbrücke über den Kanal von Korinth

Wir halten an der Fußgängerbrücke — dem einzigen Aussichtspunkt, von dem aus man über dem Abgrund stehen und das Ausmaß dessen erfassen kann, was darunter liegt. Unter Ihren Füßen — 80 Meter Leere, türkisfarbenes Wasser des Kanals und, wenn Sie Glück haben, eine Yacht, die von dieser Höhe aus wie ein Spielzeug aussieht. Wände aus goldenem Kalkstein, die sich in perfekt parallelen Linien in die Ferne erstrecken, und am Horizont verschmelzen die Gewässer zweier Meere — der Ägäis und des Ionischen Meers. Dies ist die typische „Postkarten"-Ansicht Griechenlands, aber kein Foto vermittelt das Gefühl, wenn man am Rand steht und den Wind aus der Schlucht spürt. Hier wird Zeit sein für Fotos, Seeluft atmen und einfach still über diesem Ingenieurwunder stehen.

Die Straße nach Olympia
Entlang des Korinthischen Golfs vorbei an der Rio-Antirrio-Brücke
180 km entlang der malerischen Autobahn an der Nordküste des Peloponnes. Unterwegs — Patras und ein Blick auf die längste Schrägseilbrücke Europas.
Die Rio-Antirrio-Brücke
Die Rio-Antirrio-Brücke
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Küste des Korinthischen Golfs

Vom Kanal von Korinth fahren wir westwärts entlang der A8-Autobahn, die sich an der Nordküste des Peloponnes erstreckt. Rechts — das türkisfarbene Wasser des Korinthischen Golfs, links — Berge und Olivenhaine. Dies ist einer der malerischsten Abschnitte des griechischen Autobahnnetzes. Der Golf verengt sich nach Westen, und das gegenüberliegende Ufer — das griechische Festland — scheint immer näher zu kommen.

Die Rio-Antirrio-Brücke

Die Rio-Antirrio-Brücke — ein Ingenieurwunder des 21. Jahrhunderts. 2.883 Meter über das Meer, vier 230 Meter hohe Pylone, Meerestiefe 65 Meter. In 7 Jahren erbaut (1998–2004), eröffnet zur Athener Olympiade. Dies ist die längste Schrägseilbrücke Europas. Wir überqueren sie nicht (sie führt zum Festland), aber wir fahren daran vorbei — und der Anblick ist atemberaubend. Die Brücke verbindet den Peloponnes mit Westgriechenland; vor ihrem Bau war die einzige Überquerung per Fähre.

Patras

Patras — die drittgrößte Stadt Griechenlands (215.000 Einwohner), der Haupthafen der Westküste. Von hier aus fahren Fähren nach Italien — Bari, Brindisi, Ancona, Venedig. In Patras predigte der Apostel Andreas, hier erlitt er das Martyrium an einem X-förmigen Kreuz (daher das „Andreaskreuz").

Straße nach Elis

Nach Patras biegt die Straße nach Süden in die Region Elis ab. Die Landschaft verändert sich: sanfte Hügel erscheinen, Weinberge, Oliven- und Zitrusplantagen. Elis ist eine fruchtbare Ebene, die seit der Antike die Teilnehmer und Zuschauer der Olympischen Spiele ernährt. Strabon nannte diese Ländereien „gesegnet".

Wir erreichen das Antike Olympia — Geburtsort der Olympischen Spiele und der Ort, an dem die olympische Flamme entzündet wird

Die Besichtigung von Olympia
Wo Sport Religion war
Der archäologische Komplex des Antiken Olympia ist eine Kombination aus „Stätte und Museum". Archäologie ohne Museum bedeutet oft „Steine ohne Gesicht" — hier fügt sich alles zu einer einzigen Geschichte zusammen.
Olympia-Museum
Olympia-Museum
Antikes Olympia
Ancient Olympia
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Olympia-Museum

Das Archäologische Museum von Olympia — eines der schönsten in Griechenland, und hier beginnt unser Besuch. In Griechenland gibt es (zum Glück) keine Tradition, Funde in die Hauptstadt zu bringen: Sie werden dort ausgestellt, wo sie gefunden wurden. Was man hier sieht, sind daher keine Kopien, sondern Originale, Stücke, die jeden Louvre oder jede Eremitage schmücken könnten. Die Sammlung umfasst ein Jahrtausend: von geometrischen Bronzedreifüßen bis zu römischen Porträts.

Giebel des Zeustempels

Die Giebelskupturen des Zeustempels — das Herzstück der Ausstellung. Der Westgiebel zeigt den Kampf der Lapithen und Kentauren: Chaos, Bewegung, die Verschlingung der Körper. In der Mitte steht Apollo, ruhig die Hand ausstreckend und mit einer einzigen Geste den Wahnsinn stoppend. Der Ostgiebel zeigt den Moment vor dem schicksalhaften Rennen von Pelops und Oinomaos — eine gespannte Stille, aus der die Tragödie geboren wird. Diese Skulpturen sind der Höhepunkt der frühklassischen Kunst.

Nike of Paionios

Nike des Paionios — die Siegesgöttin, die vom Himmel herabsteigt. Der Bildhauer Paionios schuf sie um 420 v. Chr. zur Feier des Sieges der Messenier über die Spartaner. Die Statue stand auf einer neun Meter hohen dreieckigen Säule, und von unten schien Nike in der Luft zu schweben. Der dünne Stoff des Chitons schmiegt sich im Gegenwind an den Körper — der „nasse Gewandung"-Effekt, der später in der Nike von Samothrake nachklingt. Das Original, 2,9 Meter hoch, befindet sich im Olympia-Museum.

Hermes of Praxiteles

Hermes von Praxiteles — das Juwel des Museums und eines der seltensten erhaltenen Originale des großen Bildhauers aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Hermes wiegt den kleinen Dionysos und hält ihm vermutlich eine Weintraube vor (die Hand ist verloren). Der Marmor ist zu einem weichen Schimmer poliert, das Gesicht trägt die charakteristische praxitelische Verträumtheit. Die meisten antiken Skulpturen sind nur als römische Kopien erhalten — hier ist ein Original. Diese Statue allein ist eine Reise nach Griechenland wert.

Archäologische Zone von Olympia

Die archäologische Stätte von Olympia — das sind nicht bloß Ruinen, sondern eine lesbare Karte des antiken griechischen Lebens. Nach dem Museum gehen wir den Heiligen Weg entlang, den Pfad, den einst die Athleten beschritten. Wir werden die Fundamente der Schatzhäuser sehen, die von den reichsten Poleis Griechenlands erbaut wurden, und am Zeusaltar stehen, wo das heilige Feuer brannte. Hier erzählt jeder Stein eine fast dreitausend Jahre alte Geschichte.

Der Zeustempel

Der Zeustempel — das Hauptheiligtum von Olympia. Erbaut 456 v. Chr., Maße 64×28 Meter, Säulenhöhe 10,5 Meter. Im Inneren stand die 13 Meter hohe Zeusstatue von Phidias — eines der Sieben Weltwunder. Der Gott saß auf einem Thron aus Zedernholz, Elfenbein und Gold; in der rechten Hand hielt er Nike, in der linken ein Zepter mit einem Adler. Die Statue wurde nach Konstantinopel gebracht, wo sie im 5. Jahrhundert verbrannte. Vom Tempel sind nur noch gigantische Säulentrommeln erhalten — das Erdbeben im 6. Jahrhundert stürzte sie wie Dominosteine um.

Der Heratempel

Der Heratempel — der älteste Tempel in Olympia (ca. 600 v. Chr.). In der Antike brannte hier eine ewige Flamme, die von Priesterinnen gehütet wurde. Heute wird diese Tradition in einer theatralischen Zeremonie nachgestellt: Schauspielerinnen, die antike Priesterinnen darstellen, entzünden die olympische Flamme mit einem Parabolspiegel, der einen Sonnenstrahl einfängt. Der Tempel ist auch dafür bemerkenswert, dass seine Holzsäulen nach und nach durch Steinsäulen verschiedener Stile ersetzt wurden: eine lebendige Enzyklopädie der dorischen Ordnung. Vor diesem Tempel wird noch heute für jede moderne Olympiade die olympische Flamme entzündet — eine 1936 wiederbelebte Tradition.

Stadion von Olympia

Das Stadion — das Herz der Olympischen Spiele. Die Tribünen fassten 40.000 Zuschauer, die direkt auf den Erdböschungen saßen — und das war Absicht. Steinsitze waren nur den Richtern vorbehalten; für alle anderen — nackte Erde. So wurde das Prinzip der Gleichheit verkörpert: Sklaven und Könige, Arme und Aristokraten saßen auf gleicher Ebene, gleich vor dem Gesetz der Spiele. Die Laufbahn — 212 Meter — die Strecke, die der Legende nach Herakles in einem einzigen Atemzug zurücklegte. Von dieser Länge leitet sich das Wort „Stadion" ab — die Entfernungseinheit der gesamten antiken Welt. Hier können Sie auf den marmornen Startschwellen mit Rillen für die Zehen stehen — sie sind aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. erhalten — und das Stadion im ältesten Stadion der Welt laufen.

Mittagessen in Olympia

Das Tempo der Tour — gemächlich und durchdacht, ohne jede Hast. Etwa drei Stunden sind für Museum und archäologische Stätte vorgesehen — genug, um das Wesentliche zu sehen, ohne zu ermüden. Nach der Tour — Mittagessen in einer lokalen Taverne: hausgemachte griechische Küche, Wein aus lokalen Weinbergen, Blick auf die Olivenhaine. Dann — der Heimweg entlang des Korinthischen Golfs.

Unten — etwas mehr über die antiken Olympischen Spiele

Ekecheiria: „Keine Hand soll erhoben werden"
Der Heilige Waffenstillstand als Grundlage der Olympischen Spiele
Phlegon überliefert den Text des Pythia-Spruchs zur Mission der Eleer: „Indem ihr euch des Krieges enthaltet, werdet ihr euer Land schützen. Lehrt die Griechen allgemein anerkannte Freundschaft."
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Ekecheiria — Inschriften

Ekecheiria — der Heilige Waffenstillstand. Das Wort bedeutet wörtlich „das Halten der Hände" — der Moment, in dem ein Krieger seine Waffen niederlegt. Einen Monat vor den Spielen schwärmten Herolde, sogenannte Spondophoroi, in ganz Griechenland aus und verkündeten den Waffenstillstand. Verstößen drohte eine enorme Geldstrafe: 420 v. Chr. zahlte Sparta 2.000 Minen (etwa 52 kg Silber), weil seine Truppen während des heiligen Monats eine Festung angriffen.

Symbolik der Ekecheiria

Der Waffenstillstand schützte nicht nur Athleten, sondern auch Zehntausende von Zuschauern, Händlern und Künstlern, die nach Olympia strömten. Die Straßen wurden sicher, die Grenzen geöffnet. Selbst verfeindete Poleis entsandten Delegationen, die Seite an Seite auf den Tribünen saßen. Es war der eine Moment, in dem ein Grieche aus Athen in Ruhe mit einem Griechen aus Sparta sprechen konnte.

Atmosphäre von Olympia

Olympia ist ein Ort, an dem die Idee des Friedens in Stein und Ritual Wurzeln schlug. Die Olympischen Feste zogen einen bedeutenden Teil der griechischen Elite an: Dichter, Redner, Historiker, Philosophen, Architekten, Bildhauer. Jenseits der Wettkämpfe und Rituale entstand ein temporäres Zentrum des intellektuellen und künstlerischen Lebens für ganz Griechenland.

Der Verzicht auf Gewalt „von innen"
Ekecheiria — nicht nur zwischen Poleis
Ekecheiria forderte den Verzicht auf Gewalt nicht nur „nach außen" (Kriege zwischen Poleis), sondern auch „nach innen" — vor Bürgerkriegen.
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Verzicht auf Gewalt

Ekecheiria galt nicht nur zwischen Poleis, sondern auch innerhalb derselben. Für die Dauer der Spiele wurden Hinrichtungen ausgesetzt, Schuldenstreitigkeiten aufgeschoben, politische Konflikte eingefroren. 364 v. Chr. lieferten sich Eleer und Arkadier eine Schlacht in Olympia selbst — ein Sakrileg, das so entsetzlich war, dass es die gesamte griechische Welt noch für Generationen erschütterte.

Innerer Frieden

Das olympische Fest war eine Zeit der Amnestie — ein Wort, das wörtlich „Vergessen" bedeutet. Schulden wurden erlassen, Beschwerden beiseitegelegt, Verurteilten wurde Aufschub gewährt. Der Philosoph Epiktet schrieb: „In Olympia erträgst du Hitze, Menschenmassen, Schmutz, Lärm — und bist trotzdem glücklich. Denn dies ist das Fest vom Ende aller Kriege". Der Moment, in dem man einfach Grieche sein konnte, nicht Athener oder Spartaner.

Einheit der Hellenen

Olympia schuf einen Raum, in dem Feinde als Menschen aufeinandertreffen konnten, nicht als Krieger. Der Heilige Waffenstillstand war nicht bloß ein Waffenruhe, sondern eine Transformation des Bewusstseins. Der Moment, in dem man in einem Gegner einen Menschen erkennen konnte.

Kalender der Olympiaden
776 v. Chr. — der Ausgangspunkt der griechischen Zeitrechnung
Koroibos von Elis — der erste bekannte olympische Champion. Sein Name wurde zur Grundlage der griechischen Zeitrechnung.
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Kalender der Olympiaden

776 v. Chr. — Koroibos von Elis gewann den Stadionlauf (192 Meter) und wurde der erste olympische Champion, dessen Name uns überliefert ist. Von diesem Datum an rechneten die Griechen ihre gesamte Geschichte. Der Historiker Hippias von Elis stellte im 5. Jahrhundert v. Chr. die erste vollständige Liste der Sieger zusammen — und gab den Griechen eine einheitliche Zeitrechnung. Bis dahin zählte jede Polis die Jahre auf ihre eigene Weise: „im dritten Jahr der Archontschaft von Soundso". Danach — „in der zweiten Olympiade". Eine Olympiade bezeichnete den Vierjahreszeitraum zwischen den Spielen, daher sagte man: „das dritte Jahr der zweiten Olympiade" oder „das zweite Jahr der sechsundvierzigsten".

Olympia — Kalender

Der Vierjahreszyklus — die Olympiade — wurde zu einer universellen „Zeitwährung". Die Spiele fanden beim ersten Vollmond nach der Sommersonnenwende statt (Ende Juni bis Anfang August). Der heilige Monat der Hieromenie begann einen Monat vor den Spielen: Die Herolde (Spondophoroi) schwärmten in ganz Griechenland aus und verkündeten den Heiligen Waffenstillstand. Über 1.169 Jahre hinweg wurden 293 Olympiaden abgehalten — von 776 v. Chr. bis 393 n. Chr.

Die Wettkämpfe
Milon von Kroton — 6 Siege über 24 Jahre
Der Ringer Milon gewann sechs aufeinanderfolgende Olympiaden. Man sagt, er trainierte, indem er ein Kalb auf seinen Schultern trug, bis es zum Stier heranwuchs.
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Wettkämpfe in Olympia

Leonidas von Rhodos — 12 olympische Siege (164–152 v. Chr.), der absolute Rekord der Antike. Er gewann drei Laufdisziplinen bei vier aufeinanderfolgenden Olympiaden: den Stadionlauf (192 m), den Diaulos (384 m) und den Hoplitodromos — einen Lauf in voller Rüstung mit etwa 25 kg Gewicht. Athleten traten nackt an — das Wort „Gymnastik" leitet sich von gymnos („nackt") ab. Frauen war es bei Todesstrafe verboten, auch nur die Spiele zu beobachten.

Tempel von Olympia

Pankration — „alles ist erlaubt" — der brutalste aller Wettkämpfe. Nur Beißen und Augenausstechen waren verboten. Arrhichion von Phigalia gewann das Pankration 564 v. Chr. bereits tot: Sein Gegner würgte ihn, aber Arrhichion brach ihm den Zeh. Vor Schmerz gab der Gegner auf — und die Richter krönten den bereits toten Körper Arrhichions. Seine Statue wurde in Olympia aufgestellt.

Das Programm der Spiele entwickelte sich über Jahrhunderte. Die ersten dreizehn Olympiaden (776–728 v. Chr.) umfassten nur eine Disziplin — den Stadion-Wettlauf. Neue Disziplinen kamen allmählich hinzu: der Diaulos (Doppelsprint), der Dolichos (Langstreckenlauf, etwa 4,6 km), Ringen, Fünfkampf, Boxen, Wagenrennen und Pankration. In der klassischen Ära umfasste das Programm 18 Disziplinen und dauerte fünf Tage. Getrennt wurden Wettkämpfe für Knaben ausgetragen — junge Athleten im Alter von 12–17 Jahren.

Hekatombe

Die Hekatombe — das Opfer von 100 Stieren am vierten Tag der Spiele. Das Fleisch wurde vor Ort gebraten — für gewöhnliche Griechen war dies eine seltene Gelegenheit, Rindfleisch zu essen. Das „Symposion" (wörtlich „zusammen trinken") nach dem Opfer brachte Philosophen, Dichter und Politiker zusammen. Hier las Herodot seine Historien vor, Gorgias hielt Reden, und Platon sammelte Material für seine Dialoge.

Rom und Niedergang
67 n. Chr. — Nero „gewinnt" nach einem Sturz vom Wagen
Der Kaiser zwang dazu, die Spiele um zwei Jahre zu verschieben, fügte einen Gesangswettbewerb hinzu und „gewann" das Wagenrennen — ohne ins Ziel zu kommen.
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Römische Periode

Rom kam 146 v. Chr. nach Olympia, nach der Eroberung Griechenlands. Der erste römische Olympiasieger war der spätere Kaiser Tiberius — der 4 v. Chr. das Wagenrennen gewann. Aber den wahren Zirkus veranstaltete Nero 67 n. Chr. Er kam mit 5.000 Leibwächtern, erzwang die Verschiebung der Spiele um zwei Jahre, fügte einen Gesangswettbewerb hinzu (und gewann natürlich), trat mit einem Gespann von 10 Pferden statt der üblichen 4 an — stürzte, erreichte nicht das Ziel, wurde aber dennoch zum Sieger erklärt. Er erhielt 1.808 Kränze. Nach seinem Tod 68 n. Chr. wurden alle seine „Siege" annulliert.

Niedergang der Spiele

393 n. Chr. — die letzte Olympiade. Zu diesem Zeitpunkt waren die heidnischen Kulte verfallen, und mit ihnen das Ansehen der Olympischen Spiele. Kaiser Theodosius I. schloss das Heiligtum offiziell. Die 293. Olympiade war die letzte — nach 1.169 Jahren ununterbrochener Tradition. Doch die berühmte Zeusstatue von Phidias — eines der Sieben Weltwunder — wurde nicht zerstört: Sie wurde sorgfältig nach Konstantinopel transportiert, wo sie als Museumsstück ausgestellt wurde. Die Statue stand fast noch ein weiteres Jahrhundert, bevor sie 475 einem Brand zum Opfer fiel — ihr Holzrahmen ließ ihr keine Chance.

Zerstörung von Olympia

522 und 551 vollendeten zwei Erdbeben die Zerstörung. Die Flüsse Alpheios und Kladeos überschwemmten und begruben Olympia unter acht Metern Sand und Schlick. Die Stätte wurde 1.300 Jahre lang vergessen. Als 1766 der englische Altertumsforscher Richard Chandler die Ruinen fand, traute er seinen Augen nicht: Unter dem Olivenhain lag eine ganze Welt.

Wiederbelebung
1896 — Spyridon Louis und der Marathon
Ein griechischer Wasserträger gewann den Marathon bei der ersten modernen Olympiade. König Georg I. lief die letzten Meter neben ihm.
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Wiederbelebung der Olympiade

1894 berief Pierre de Coubertin einen Kongress an der Sorbonne ein. Der Baron träumte davon, das antike Ideal durch den Sport wiederzubeleben. Griechenland bestand auf dem Recht, die ersten Spiele auszurichten. Am 6. April 1896 erklärte König Georg I. im marmornen Panathinaiko-Stadion in Athen: „Ich erkläre die Eröffnung der ersten internationalen Olympischen Spiele". 241 Athleten aus 14 Nationen — ein bescheidener Beginn einer großen Geschichte.

Spyridon Louis

Spyridon Louis — ein Wasserträger aus dem Dorf Marousi — gewann den Marathon am 10. April 1896. Eine Strecke von etwa 40 km vom Schlachtfeld von Marathon nach Athen (die genaue Distanz von 42,195 km wurde erst 1908 festgelegt). Als er das Stadion betrat, erhoben sich 80.000 Zuschauer von ihren Plätzen. Die Kronprinzen Konstantin und Georg stiegen von den Tribünen herab und liefen die letzten Meter mit ihm zum Ziel. Louis wurden Geld, Häuser, lebenslange Mahlzeiten angeboten — er bat nur um einen Karren und ein Pferd, um Wasser zu transportieren.

Entzündung der olympischen Flamme

Seit 1936 wird die olympische Flamme hier in Olympia entzündet — an dem Ort, wo in der Antike die ewige Flamme des Heratempels brannte. Heute ist es eine elegante theatralische Zeremonie: Schauspielerinnen in der Rolle antiker Priesterinnen fangen mit einem Parabolspiegel einen Sonnenstrahl ein. Die Flamme reist durch Länder und Kontinente zur Gastgeberstadt der Spiele. Der Fackellauf 2004 war der längste der Geschichte: 78.000 km durch 34 Länder. So erinnert Olympia alle vier Jahre die Welt daran: Wir alle sind Teil einer Geschichte.

Häufig gestellte Fragen

Auf einen Blick:

Eintrittskarten nicht inbegriffen


Kanal von Korinth — freier Eintritt

Archäologische Stätte + Olympia-Museum — Kombiticket €20


Kostenlos:

• Kinder unter 18

• EU-Bürger unter 25

• Rentner 67+ aus EU-Ländern — €10 (halber Preis)


Tickets können vor Ort oder im Voraus online auf der Website des griechischen Kulturministeriums erworben werden.

Ich erzähle nicht nur an den Denkmälern, sondern auch auf dem Weg dorthin — und liefere den vollständigen historischen Kontext, damit Sie verstehen, wie Ereignisse und Epochen zusammenhängen.

An den Denkmälern selbst begleite ich Sie als lizenzierter Reiseführer hinein und erzähle alles vor Ort. Nach der Führung — freie Zeit für Fotos und eigene Erkundungen.

In Olympia haben Sie nach der Tour 1–1,5 Stunden für das Mittagessen. In der Stadt neben der archäologischen Stätte gibt es viele gemütliche Tavernen — Sie haben die Wahl! Lokale Küche: Holzkohlegrill, hausgemachte Soßen, griechische Salate, Peloponnes-Wein. Das Mittagessen ist nicht inbegriffen und optional.

Selbstverständlich! Olympia ist ein Ort, an dem man in einem echten antiken Stadion laufen, sehen kann, wo die olympische Flamme entzündet wird, und Geschichte mit eigenen Händen berühren kann. Kinder sind meist begeistert von der Größe und Atmosphäre.

Keine besondere Fitness erforderlich. Das Tempo kann gemütlich gehalten werden, mit vielen Pausen.

Tourpreis

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© 2026 Alexis Elpiadis — Reiseführer in Athen & Griechenland
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